Aktuelle Trends aus den USA

Moderne Familienfotografie

21. Februar 2021In Familien12 Minutes
Lifestyle-Shooting, Homestory oder Creative Group-Photoshooting – Begriffe wie diese haben ihren Einzug in unser Leben gehalten. Was kannst du dir konkret darunter vorstellen?In diesem Artikel erkläre ich dir Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede und natürlich findest du anschließend auch noch Ideen und Tipps zur Umsetzung für dein nächstes Familien-Shooting.

1. Familienfotografie – Früher und Jetzt

Nicht nur die Fotografie selbst hat sich in den letzten 180 Jahren grundlegend verändert, auch die Familiefotografie hat schon viele Veränderungen erleben dürfen. (Info-Sidestep: Am 19. August 1839 erhielt die Pariser Akademie der Wissenschaften für die Daguerrotypie, ein Vorgänger der Fotografie, das Patent und stellte es der Allgemeinheit zur Verfügung.)

Wollte man früher – und wir reden von nicht einmal 10 Jahren – Familienfotos, ging man „aufgebretzelt“ in das Studio um die Ecke und wurde zwischen Blitzanlage und meist einfarbigen Karton-Hintergründen in ein paar Standard-Positionen gesetzt/gestellt. Vor ein paar Jahren „schwappte“ dann aus den USA der Trend zu natürlichen Aufnahmen nach Europa herüber und wurde begeistert übernommen.

Candid photography is when you step back and let your subject continue with what they are doing.

Endlich konnten Kinder Kinder sein und unsere Liebsten wurden so gesehen wie sie sind. Dabei wird nicht nur weitgehend auf das „Posen“ verzichtet, auch die Shootings verlagern sich nach draußen z.B. in einen Garten, Park, Wald oder Wiese oder auch zum Kunden nach Hause.

2. Familienfotografien erzählen Geschichten

Aber nicht nur der Shooting-Ort hat sich verändert, auch die Art des Shootings selbst wurde persönlicher. Es entstehen nicht nur einfach ein paar Fotos in Freien, sondern das Shooting soll eine Geschichte erzählen.

Welche Geschichten willst du für dein Kind aufbewahren?

  • Die Erinnerung an den Familienalltag?
  • An eine bestimmte Familienfeier?
  • An einen Weihnachtskekse-Back-Marathon?
  • An eine bestimmte gemein­same Familienzeit?
  • An einen gemeinsamen Ausflug?

Es gibt unzählige Möglichkeiten und Ideen, die du ganz wunderbar mit den folgenden Shooting-Stilen umsetzen kannst.

Du möchtest ins Shooting ‚rein blättern? → Familienshooting am Schöckl

3. Homestory - Familienreportage bei euch Zuhause

Wenn du eine Homestory buchst, begleitet euch deine gebuchte Fotografin / dein gebuchter Fotograf ein paar Stunden bei euch zu Hause (daher auch „Homestory“) und dokumentiert fotografisch euer Familien­leben.

Aber das ist alles viel zu zu theoretisch! Stell dir also folgende Alltags-Situationen vor:

Szene 1: „Windeln wechseln“

Dein kleiner Sohn Pauli meldet sich gerade aus der Wiege [KLICK] , seine Windel ist definitiv voll. Du gehst mit dem empörten Zwerg zur Wickelkommode [KLICK] , ziehst ihm den Strampler aus [KLICK] , entfernst die Windel und säuberst ihn; Dabei gibst du ihm ein paar Küsschen auf seinen Bauch [KLICK] und erntest ein hinreisendes glucksendes Lachen deines Sohnes [KLICK] .

Szene 2: „Ganz eigener Kleidungsstil“

Deine kleine Tochter Marie, eine vorwitzige vierjährige „Spitzmaus“, ist überhaupt nicht einverstanden mit der, von dir vorbereiteten, Kleidung für den Kindergarten und stapft wütend darauf herum [KLICK] .

Sie verkündet lautstark, dass sie groß genug wäre, sich selbst anzuziehen – ihr empörter Anblick ist einfach zu komisch [KLICK] .

Da gerade dein Sohn Paul zum Weinen anfängt, gibst du ausnahmsweise nach und sagst ihr, sie solle sich bitte beeilen und gehst rasch zum Baby.

Paul beruhigt sich rasch auf deinem Arm, aber von deiner Tochter ist noch nichts zu sehen. Du rufst also nach ihr und nach wenigen Augenblicken stürmt deine vollkommen angezogen Tochter ins Zimmer. Dein verdutzer Blick [KLICK] spricht  Bände: Marie hat alle ihre Lieblingssachen angezogen: mit ihrer grünen Glitzerstrumpfhose, ihrem pinkfarbenen Ballett-Tütü und ihrem gelben Pullover mit Einhorn-Aufdruck, sowie mit ihrer quietschbunten Sonnenbrille mit Blumenrahmen und ihrer roten-schwarzgetupften Gummistiefel herein gehüpft [KLICK].

Alltägliche Situationen, also nichts „Besonderes“?Zu diesem Zeitpunkt vielleicht noch nicht, aber Aufnahmen werden — wie guter Wein — umso wertvoller, je älter deine Kinder werden.

Alltägliche Situationen sind wertvolle Erinnerungen

Es gibt’s so viele kleine Szenen, an die man sich gerne erinnern bzw. den Kindern erzählen möchte, z.B. die täglichen Morgenroutine mit dem Kindern, also das Anziehen des Kleinen, das Wickeln und Baden des Babys, das Füttern des Kleinkindes/Stilen des Babys, der gemeinsame Spaziergang zur Spielgruppe, …

Dabei entstehen wertvolle Erinnerungen, mit liebevollen Detailaufnahmen aus eurem Leben:

  • Die dauernd zerzausten Haare deines Sohnes
  • Die vorwitzige Ringellocken deiner kleiner Tochter
  • Die kleine Kinderhand, die Nutella aus dem Glas stipitzt
  • Das genüssliche Gesicht deines kleinen Sohns, von oben bis unten mit Schokocreme bekleckert
  • Der schelmische Blick deiner kleinen Tochter, die gerade deinen Lippenstift ausprobiert hat
  • Die schiefen, von der Kindergartenfreundin geflochtenen Zöpfe deiner Tochter uvm.

Einzelne dieser Detailaufnahmen kannst du natürlich mit deinem Handy machen, sollst du auch. Aber sie erzählen noch keine durchgängige Geschichte — mit allen Familienmitgliedern!

Es gibt bei Homestorys keine Anleitung, sie passieren einfach! Es wird der Tagesablauf und das ganze „Rundherum“ fotografisch festgehalten. Die Fotografin ist nur da – auf der Suche nach dem besten Licht und noch so kleinen, erinnerungswerten Momenten, die sie festhalten kann.

Homestorys zeigen einfach euer Leben und was zwischen euch passiert.  Mit allen Familienmitgliedern. Voller Umarmungen, Lachen und voller Liebe.

4. Lifestyle-Shooting

Dieses Shooting ist ähnlich der Homestory, mit dem kleinen Unterschied, dass man sich größere oder mehrere kleine Situationen vorab überlegt und sozusagen für dass Shooting „stattfinden lässt“. Fotografiert wird auch zu Hause oder unterwegs, wie z.B. das → Prizessinnenshooting unter den Kirschblütenbäumen

Stell dir diese geplante Situation vor:

„Keksback-Marathon“

Ein gemeinsames Weihnachtskekse-Backen mit deinen vierjährigen Zwillingen Maya und Max ist geplant. Also das volle Programm vom Teigherstellen, über das Ausstechen, bis zum Verzieren. Du hast alle Lebensmittel eingekauft und auf der Küchenablage aufgereiht [KLICK],  Maya hüpft aufgeregt mit ihrer Kochschürze zur Küche herein[KLICK], Max checkt mit dir gewissenhaft die Zutaten am Tisch ab[KLICK] . Beide sitzen gebannt links und rechts von dir auf den Küchentresen[KLICK]  und schauen zu, wie du die Zutaten abwiegst und miteinander mischt[KLICK].

Wir spulen ein bisschen vor: Du rollst den Teig aus [KLICK] und zwei sehr fleissige Elfen stechen mehr oder weniger brauchbare Kekse aus dem Teig aus[KLICK] . Du hilfst diese auf ein Blech zu hieven [KLICK]  und stellst sie schließlich in den Ofen[KLICK] .

Wieder ein bisschen später – die Kekse sind bereits etwas abgekühlt – sitzen deine 2 Mäuse mit verschiedenen Lebensmittelfarbstifte und jede Menge Ziermaterial am Tisch[KLICK]  und sind total vertieft beim „Verzieren“ der Kekse[KLICK] . Ab und zu springt Maya auf und zeigt dir ein verziertes Keks[KLICK] , das du ausführlich bewunderst[KLICK] .

Schlussrunde: Die Kekse werden gezeigt, rund um herrscht das Chaos[KLICK] .

Wie du siehst, kann der der Unterschied zur Homestory manchmal minimal sein.

 

Es gibt unendliche Möglichkeiten für „geplante“ Alltags-Situationen bei euch zu Hause: z.B. ein fröhlich chaotisches Frühstück, Kuschel- und Kitzelrunde oder die (abendliche) Vorleserunde.
Aber auch gemeinsame Ausflüge z.B. beim täglichen Spaziergang mit eurem Hund oder ein Zoobesuch eignen sich großartig für ein Lifestyle-Shooting.

Das Ziel ist natürlich wieder die Emotionen und das Familienleben fotografisch festzuhalten, daher wird nur das Thema festgelegt, was beim Shooting dann passiert, geschieht aus dem Moment heraus. Ich greife eventuell etwas in das Geschehen ein und schiebe einen störenden Polster aus dem Bild oder rücke vorab ein Sofa näher zum Fenster um mehr Licht zu haben.

5. Kreative Familien-/Gruppenfotos

Gruppenfotos können eigenständig arrangiert oder auch bei einem Lifestyle-Shooting oder bei der Homestory integriert werden. Dabei können bestimmte „Requisiten“ Verwendung finden, zB Picknickdecke in der Sommerwiese oder auch das große Eltern-Bett, wo sich alle unter die dicke Decke kuscheln oder gemeinsam ein Buch ansehen…

 

Bei kreativen Gruppenfotos sind zwar alle Familienmitglieder auf dem Foto zu sehen,

  • sie schauen aber nicht unbedingt alle zur Kamera oder
  • sie sind nicht alle auf der gleichen Schärfenebene (manche Personen sind daher bewusst unscharf) oder
  • sie sind beschäftigt (mit Kuscheln, sich gegenseitig Kitzeln,  beim Spielen,…) und haben somit gar keine Zeit in die Kamera zu sehen

 

Und nein, keine Sorge, ihr werdet dabei nicht allein gelassen. Ich z.B. arbeite sehr gerne mit kleinen Anweisungen, sodass ihr in etwa wisst, was ihr tun sollt, aber nicht wie. Damit wird das Shooting wie ein Spiel für die Kinder. Und sollte mal etwas nicht ganz so gut klappen, wird die Situation wiederholt, zur Gaudi der Kinder.

Ein paar Anweisungen gefällig?

„Papa, ich lenke deine drei Töchter ab, sie sollen immer zu mir schauen. Du schleichst dich von hinten an und drückst sie fest zusammen, wenn sie es am wenigsten erwarten!“

„Mama, heb‘ Philipp hoch und halte ihn ganz dich bei dir. Bereit Philipp? Und jetzt, Mama, KITZLE IHN!“

„Kinder wisst ihr, was ein Nasenbussi ist? Ist Emmas Nase heiß oder kalt, Peter?“

6. Foto-Tipp zum Selbst-Ausprobieren

Versuch in Abläufen zu denken: z.B.

  • eine kleinen Szene (z.B. Foto Mutter, Foto Vater mit Kind, Foto laufendes Kind zur Mutter).
  • Wenn du magst, bau es zu einer Miniserie (3-6 Aufnahmen) aus. Wie geht das? Mach ein paar Detailaufnahmen (z.B. lachender Mund des Kindes, Kinderhand mit Blumen) und du hast eine wunderbare Geschichte in 5-6 Bildern.

Wie du feststellen wirst, ist die wechselnde Perspektive etwas tricky, aber mit 2 Kameras oder Handys und etwas Übung kann es ganz gut funktionieren.

Versuch aber nicht zu viele Wiederholungen, sonst wirken die Fotos zu verkrampft.

 

Du brauchst noch ein paar weitere Ideen?

Schau gerne auf meinen Pinterest-Boards > Familienfotografie vorbei. Hier habe ich jede Menge Ordner mit vielen Pins hinterlegt.

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