3. Februar 2021In Familien31 Minutes0 Comments

Dein Familienfotografie-Guide

Mit diesen Infos werden deine Familienfotos so, wie du sie dir wünscht!

Du möchtest individuelle Familienfotos, weißt aber nicht genau, was du die Fotografin unbedingt fragen sollst?

Egal, welches Familien-Shooting du buchen möchtest (Familien, Kinder, Neugeborenes oder Babybauch), solltest du dir im Vorhinein wichtige Punkte für dich überlegen, um einfacher die richtige Fotografin für dein Wunsch-Shooting finden zu können.

Ich habe dazu 8 häufig gestellte Fragen mit ausführlichen Erklärungen zusammengestellt, die dir helfen sollen, in dem Dickicht an Informationen mehr Klarheit zu erlangen.

Vorgehensweise

Ja der Guide ist lang, und nein, es ist nicht notwendig den kompletten Guide durchzulesen – lies die Punkte, wo du noch unsicher bist bzw. mehr wissen willst. Interne Verweise zeigen dir dann, ob du noch wo nachlesen kannst.

Am Ende des Artikels findest du eine Tabelle, in der du auf einem Blick siehst, welche der genannten Aspekte bei den einzelnen Shooting-Stilen möglich sind und dir somit deine Suche erleichtert.

Solltest du dennoch weitere Fragen haben, schreib sie gerne in die Kommentare!


Info: Da die meisten Familienfotografen weiblich sind, verwende ich in diesem Blogartikel durchgehend die weibliche Form. Selbstverständlich gilt das Gleiche auch für männliche Fotografen, Stylisten, Visagisten und Papas.

8 Fragen, die dir helfen, über deine Wünsche klar zu werden

1. Wofür möchtest du die Familienfotos?

Diese Frage klingt im ersten Moment wahrscheinlich etwas eigenartig, aber wenn die Fotografin weiß, wofür du die Familienfotos brauchst, kann sie das Shooting entsprechend planen und dich bezüglich passender Fotoprodukte besser beraten.

Schwarz-Weißes Sofa mit drei Bildern von Kinder an der Wand

Möchtest du eines oder mehrere Fotos aufhängen?

Fotos gehören hergezeigt! Fotografiere doch am besten die dafür bestimmte Wand und das Zimmer, sodass die vorwiegend vertretenen Farben im Zimmer klar erkennbar sind. Deine Fotografin kann anhand dieser Bilder mit dir gemeinsam besprechen, welche Fotos und in welchen Formaten am besten passen könnten.

Möchtest du die Fotos (nur) als Geschenk für die Großeltern oder andere Personen?

Besonders Großeltern legen meist noch viel Wert darauf, dass alle Personen auf Knopfdruck in die Kamera lächeln, auch wenn die Fotos oft gestellt aussehen.
Reicht dafür vielleicht ein kleines Shooting im Studio?
Bei den meisten Familien-Shootings macht die Fotografin auf Wunsch zum Ende hin noch ein paar Gruppenaufnahmen. Einfach darauf ansprechen!

Möchtest du nur digitale Dateien, Abzüge oder Fotoprodukte?

Bei vielen Fotografinnen bekommst du entweder nur digitale Dateien (JPG) oder nur Abzüge, bei manchen auch beides.

Professionelle Fotoprodukte wie Leinwände, AluDibond oder Acryl-Bilder, Leporellos sowie Fotoboxen uvm. kannst du nachträglich erwerben.
Ja, diese Produkte sind um einiges teurer als beim Drogeriemarkt um die Ecke, doch es sind zum größten Teil handgearbeitete Profiprodukte, die nur Fotografen zur Verfügung stehen und nicht frei erwerbbar sind.

Du möchtest viele digitale Dateien und machst dir dein Album selbst?

Ein guter Vorsatz, der meist – das kann ich leider aus eigener Erfahrung bestätigen – so gut wie nie umgesetzt wird und die Fotos auf der Festplatte vergessen werden.
Was sehr schade wäre!
Denke bitte daran: Festplatten haben eine begrenzte Nutzungsdauer und Fotografen heben Fotos nicht ewig auf!
Vielleicht macht unter diesem Gesichtspunkt das dazu Kaufen eines Albums doch Sinn?

Du möchtest die Fotos im Internet oder für Printprodukte verwenden?

Bei den meisten Shootings erhältst du bei der Auftragserteilung zusätzlich zu den AGBs und den Datenschutzinformationen auch einen Nutzungsvertrag.

In diesem sind deine Rechte und auch Pflichten geregelt:

  • Normalerweise darfst du nur die extra dafür zur Verfügung gestellten Fotos (mit Wasserzeichen) für deine sozialen Medien verwenden.
  • Und zwar so wie sie sind. Jegliche Bearbeitung (dazu zählen auch Instagram-Filter) sowie Weitergabe an Dritte sind grundsätzlich untersagt (geregelt durch das Urheberrechtsgesetz), außer es ist explizit vertraglich geregelt.
  • Nach diesem Gesetz bist du ebenfalls verpflichtet, bei einer öffentlichen Verwendung von Fotos, den Namen der Fotografin unter dem Foto zu nennen.
  • Auch wenn du das Shooting und die Fotos (Fotoprodukte etc.) bezahlst, die Fotografin bleibt Urheberin aller Fotos. Du erhältst nur Nutzungsrechte. Immer! Nutzungsrechte können aber erweitert werden.

Sprich daher unbedingt vor der Auftragserteilung mit deiner Fotografin, wenn du Fotos für eine spezielle Idee benötigst!

2. Welche Art von Aufnahmen möchtest du?

Natürliche? Authentische? Oder lieber angeleitete (Posings)?Ich kann mir gut dein fragendes Gesicht vorstellen: Ist denn „natürlich“ nicht dasselbe wie „authentisch“? Nein nicht ganz. Fangen wir einmal mit der klassischen Variante an und handeln uns dann weiter…

Angeleitete Aufnahmen (Posing)

Hier werden Personen vom Fotografen angeleitet eine bestimmte Pose einzunehmen, das Gesicht in einem bestimmten Winkel zur Kamera zu drehen (und bei Aufforderung zu lächeln). Das kennen wir alle vom Kindergarten, der Schule, von div. Hochzeitsfotos und natürlich von diversen Zeitschriftencovers geschmückt mit Modelfotos. Auch bei (Teil-)Akt- und Boudoir-Shootings werden die Personen ganz genau „ausgerichtet“.

PRO: Diese Aufnahmeart ist ideal für dich, wenn du dich gerne fotografieren lässt und dich gut in Szene setzen kannst.

CON: Bei (mehreren) kleinen Kindern ist diese Aufnahmeart meist etwas total langweilig und sie lassen sich liebend gern von allem ablenken. Für Kinder unter 6 Jahren eignen sich die beiden folgenden Möglichkeiten meist besser.

Natürliche Aufnahmen

Hier fordert die Fotografin zu gewissen Handlungen auf – also z.B.

  •  „Gebt euch die Hände und geht langsam auf mich zu.“ (Paarshooting) oder
  • „Mama und Papa kuschelt mit eurem Sohn.“ (Familienshooting).

Wie es umgesetzt wird, bleibt ganz euch überlassen. Die Fotografin wird nicht eingreifen, sie wird nur versuchen durch teilweise lustige (auch zweideutige) Aufforderungen spontane Reaktionen zu erreichen und rasch die lachenden oder auch verdutzten Gesichter für die Ewigkeit festzuhalten. Auch lustige Geräusche funktionieren bei Kindern immer wieder großartig!

PRO: Dir Aufforderungen sind meist leicht durchführbar und machen eigentlich immer Spaß. Vor allem kleinen Kindern kann man dabei die Scheu vor der „fremden“ Fotografin nehmen.

CON: Diese Art funktioniert am besten mit zwei oder mehr Personen.

Authentische Aufnahmen

Hier wird das normale Familienleben dokumentiert und die Fotografin bleibt meist komplett im Hintergrund bzw. integriert sich in die Familie (bei einem gemeinsamen Essen, Spielen mit den Kindern etc.)

Diese Fotos müssen auch nicht durchgehend scharf sein oder alle Personen ganz darauf zu sehen sein. Es geht noch mehr um Emotionen als bei natürlichen Aufnahmen.

PRO: Du erhältst authentische Fotos, eine Dokumentation des Jetzt-Zustandes. Natürlich durch die Augen der Fotografin subjektiv eingefärbt.

CON: Es ist zuerst „eigenartig“, einen Schatten dabei zu haben und man versucht sich von seiner besten Seite zu zeigen. Je länger das Shooting dauert, desto schwieriger wird es diese „Verstellung“ beizubehalten und die Fotos werden authentischer.

Viele Fotos sind sicher solche, von denen du meinst, dass du sie auch selbst machen könntest. Das stimmt sicher zum Teil, wobei der dokumentarische Zusammenhang inklusive wichtige Details meist von Außenstehenden besser wahrgenommen und festgehalten werden. Der wichtigste Punkt ist wohl, dass alle Familienmitglieder im Geschehen eingebunden sind und keiner „Fotograf spielen“ muss. Auch Mamas haben es verdient, in den Familien-Erinnerungen abgebildet zu werden!

3. An welchem Ort möchtest du fotografiert werden?

Im Studio? Draußen? Bei Dir zu Hause? Du wirst sicher das eine oder andere bevorzugen, dennoch möchte ich dir hier noch einmal alle Vor- und Nachteile aufzeigen.

Studio bzw. Lichtstudio

Über Fotostudios muss ich dir wahrscheinlich nicht viel erklären, den meisten waren sicher schon in dem einen oder anderen.

Allerdings gibt es hier auch einige Unterschiede, die ich dir kurz aufzeigen möchte.

Fotostudio

Die meisten denken bei Studioshooting an einen mehr oder weniger großen, meist dunklen Raum ohne Fenster, mit teilweise verschiedenen Wandabschnitten (verputze Wand, Ziegelwand, etc.) mit Hintergrundsystem (farbige Kartons usw.) und Blitzanlagen. Ja, diese Studios gibt es natürlich noch.

Lichtstudios

Aber vor allem  Familien-Fotografinnen arbeiten mehr in normalen Räumen (mit ausreichend Fensterlicht), den sogenannten Lichtstudios. Diese lassen sich je nach Kundenwunsch mit einem gemütlichen Bett oder Sofa bestücken und verwandeln sich mit liebevoll eingesetzten Requisiten in ein gemütliches Familien-Zimmer. Je nach Größe des Studios finden meist Familien mit bis zu 4 Kindern darin Platz.

Vorteile:
  • Man kann gemütliche Familienszenen zeigen, die im eigenen Wohnbereich auf diese Art nicht möglich wären.
  • Das Licht wird individuell eingesetzt (Fenster, Blitz, Dauerlicht).
  • Vor Ort stehen
    • viele Requisiten (nach Thema, nach Farbe)
    • Heizstrahler (wichtig für Neugeborenen-Shootings)
    • eigene Fotogarderoben (z.B. Neugeborenenkränze,-Kleidung etc. sowie besonders schöne Kinderkleider oder Schwangerschafts-Roben)
      kostenlos oder für einen kleinen Beitrag zur Verfügung.
  • Outfit-Wechsel sind je nach Angebot im Angebot inkludiert.
  • Manche Fotografinnen bieten auch zusätzliche Visagistinnen/Stylistinnen-Termine an.

Nachteile:
  • Aufnahmen mit einer größeren Gruppe sind nur in sehr großen Studios möglich.
  • Für sehr quirlige Kinder ist es meist etwas schwierig so lange still zu sitzen.
  • Die Aufnahmeposen hängen vom Einfallsreichtum der Fotografin, der Ausstattung und vor allem der Größe des Studios ab.

Im Freien

„Im Freien“ heißt nicht automatisch Wiese, Feld und Wald.

Dazu zählen auch urbane Szenerien wie

  • eine (ruhigere) Straße,
  • öffentliche oder auch  nicht öffentliche Parkanlagen,
  • Flusspromenaden,
  • Innenhöfe, uvm. Und natürlich auch
  • der eigene Garten oder
  • Omas Bauernhof

Vorteile:
  • Gerade für die natürlichen Kinder- und Familien-Aufnahmen ist das Fotografieren im Freien perfekt. Kinder können in einer Wiese herumtoben oder in einem Bach mit dem Wasser pritscheln (Achtung: Umziehsachen nicht vergessen!).
  • Auch Pärchen- oder Schwangerschaftsaufnahmen können im Freien perfekt in Szene gesetzt werden.
  • Je nach Shooting kannst du entsprechende Plätze auswählen: z.B.
    • eine schöne Parkanlage im Frühling
    • Almen (eignen sich für jede Jahreszeit)
    • Waldstücke im Herbst (buntes Herbstlaub)
    • Moore
    • weite Felder und Wiesen
  • Wenn es von der Fotografin und den Kindern (Schlafenszeiten) aus möglich ist, versucht einmal ein Shooting am Abend (kurz vor Sonnenuntergang) oder ganz in der Früh. Du wirst diese Fotos lieben! Ende September geht die Sonne schon kurz vor 19 Uhr unter, die Golden Hour (beste Shooting-Zeit) beginnt um 18 Uhr – ideal für Kinder, die gegen 19 Uhr schlafen gehen sollten. (Kleiner  Mama-Tipp: Nimm den Pyjama mit und pack dein Kind gleich nach dem Shooting rein, dann kann es beim Autofahren einschlafen und du brauchst es nicht mehr aufzuwecken; Zähneputzen fällt da eben einmal aus.)

Nachteile:

Natürlich gibt es im Freien auch einen gravierenden Nachteil: das Wetter!

  • Regen: Bei starkem Regen muss das Shootings zumeist verschoben werden, außer man hat einen entsprechend trockenen Ersatz-Shooting Ort parat.
  • Leichten Schneefall lieben alle, denn Schneeflocken sind ein tolles „Winter-Accessoire“ auf Fotos.
  • Leichter Wind kann super integriert werden (fliegende Haare, fliegende Kleider), wenn er jedoch zu stark wird, macht das Shooting meist keinen Spaß mehr.
  • Strahlender Sonnenschein/ mangelnder Schatten: Freie Plätze mit „zerzaustem“ Schatten (durch zu wenige oder lichte Baumkronen) sind ungeeignete Fotoplätze, da im Gesicht Schatten und Sonnenflecken entstehen, was nicht besonders schön aussieht. Häufig findet man diese Situation auf Spielplätzen.
  • Reine Schattenplätze ohne Lichteinfall sind zwar fototechnisch kein Problem, sind aber meist eher düster und weniger für Kinder- und Familienaufnahmen geeignet.

Bei Euch zu Hause

  • Familien lieben und hassen es gleichermaßen zu Hause zu fotografieren. Warum?
    • Einerseits ist es stressbefreiter, denn man muss das Neugeborene oder die Kids nirgends hinbringen, man hat immer ausreichend Ersatzkleidung zu Hause und man ist in der gewohnten Wohlfühl-Umgebung.
    • Andererseits brechen manche Mamas in Panik aus, weil sie glauben, den Wohnbereich auf Hochglanz polieren zu müssen. Vergiss das bitte! Die Fotografin kommt, um euch zu fotografieren, nicht den Wohnbereich! Es muss bei keinem Shooting jeder Raum zur Verfügung stehen!
  • Milchbäder-Fotos (Babybauch-Shooting) werden bei vorhandenen Badewannen gerne im Eigenheim fotografiert.

Vorteile:

Wie schon beschrieben:

  • Ihr seid in eurer gewohnten Umgebung und Kinder fühlen sich dadurch gleich weniger gehemmt.
  • Man kann mit Kindern gleich spielen, gemeinsam Tee/Kaffee trinken – wie nebenbei entstehen dann natürliche Fotos.
  • Bei Häusern kann man auch spontan in den Garten wechseln.

Nachteile:
  • Viele Wohnungen sind nach einer Himmelsrichtung ausgerichtet, daher ist ein Shooting nur zu bestimmten Tageszeiten möglich.
  • Wohnlampen sind nicht geeignet, sie haben ein warmweißes Licht und lassen damit Gesichter gelb erscheinen. Billige LEDs haben zum Teil keine konstante Lichtleistung. Die menschlichen Augen können das Flimmern ausgleichen, aber die Kamera nicht, wodurch Streifen in den Fotos entstehen können.
  • Dunkel gestrichene Räume oder vollgeräumte Zimmer sind manchmal eine Herausforderung.
  • Ungünstig sind kräftige Wandfarben (z.B. rot, gelb oder grün) in Zimmern, da sich die Farben im Gesicht reflektieren. Diese Farbstiche lassen sich nur mit aufwendiger Nachbearbeitung entfernen.
  • Bei Neugeborenen-Shootings wird ein sehr warmer Raum benötigt – was bei einer modernen, offenen Wohnraumgestaltung in vielen Wohnungen mitunter schwierig sein kann.

Manchmal wird für Shootings auch ein Hotelzimmer gebucht, da dies bei Familienshootings eher nicht bzw. selten vorkommt, lasse ich diesen Punkt aus.

4. Wieviel Zeit willst du investieren?

Familienshootings haben normalerweise wenig mit den gängigen 30 Minuten in einem Fotostudio zu tun: hinkommen – aufstellen - fotografiert werden - Fotos aussuchen - gehen.

Mit so viel Zeit solltest du rechnen:

 

Vor dem Shooting

Zuallererst wirst du entweder persönlich, per Zoom oder Telefon 1-2 Gespräche mit deiner Familienfotografin führen:

  • Ein allgemeines Informationsgespräch und
  • Bei Buchung ein längeres Vorgespräch bezüglich deiner Wünsche und sonstiger Eventualitäten (rechne mit mind. 30 Minuten).
  • Meistens wirst du auch noch einige Zeit für die Zusammenstellung der Familiengarderobe investieren und diese eventuell auch noch zusätzlich mit der Fotografin abklären.

Am Shooting-Tag

Wenn du nicht gerade ein Neugeborenes in verschiedenen Settings fotografieren lässt, was mit Still- und Wickelphasen durchaus 4 Stunden dauern kann, kannst du für die meisten Familienshootings um die 90 Minuten einkalkulieren, mal mehr, mal weniger. Homestorys und Reportagen dauern entsprechend länger.

Du machst dir Sorgen, dass das Shooting für deine Kinder zu lange dauert und sie sich langweilen? Keine Sorge, das passiert normalerweise nicht. Wenn Kinder genug Möglichkeiten und Zeit zum Spielen und Herumtoben haben, machen sie gerne mit.

Nach dem Shooting

  • Bei Minishootings oder manchen Studio-Aufnahmen (Kurz-Shootings) kannst du die Fotos gleich nach dem Shooting auswählen oder relativ kurze Zeit danach über eine Online-Galerie.
  • Bei den meisten Fotografinnen kommt 3-4 Wochen nach dem Shooting noch ein Foto-Auswahltermin dazu, rechne mit nochmals 1-2 Stunden. Diese Zeit vergeht aber sehr rasch, kannst du doch in angenehmer Atmosphäre die Fotos deiner Lieben ansehen und den Tag noch einmal aufleben lassen. Zumeist ist sogar eine Slideshow zum Ansehen vorbereitet. Bei diesem Termin berät dich deine Fotografin auch gerne bei den Fotoprodukten oder z.B. bei einer passenden Foto-Zusammenstellung (z.B. Galeriewand) für deinen Wohnbereich.
  • Wenn Du Bilder per Online-Galerie auswählst, solltest du dir auch ausreichend Zeit nehmen, denn je nach Fotografin und gebuchter Länge ist eine Auswahl zwischen 30 und 70 Fotos zu treffen.
  • Die Fotos kannst du dann durchschnittlich 2-3 Wochen nach deiner Auswahl abholen oder bekommst sie per Post zugeschickt.

5. Möchtest du zu einer bestimmten Tageszeit fotografiert werden?

Das Licht verändert sich stark im Tagesverlauf und aber auch zu den verschiedenen Jahreszeiten. Im Winter ist das Licht besonders klar, an Sommerabenden besonders weich...

Arbeitszeiten von Fotografen

Fotografen stehen für „normale“ Shootings normalerweise wochentags zur Verfügung und fotografieren am Wochenende (Freitag bis Sonntag) auf Hochzeiten oder Taufen.

Einige Fotografen, die sich auf reine Familienfotografie spezialisiert haben, fotografieren teilweise auch zu familiengünstigen Zeiten am Wochenende. Frag nach!

Das „richtige“ Licht

Unabhängig davon, solltest du natürlich auch noch andere Punkte berücksichtigen:

  • Indoor (Haus, Wohnung): Hier ist die Lichtintensität nicht immer gleich
    (siehe auch → „An welchem Ort möchtest du fotografiert werden?“)
  • Im Freien: In der Zeitspanne von ca. 10:30-15:00 Uhr (abhängig von der Jahreszeit) sollte man im Freien nur geschützt (im Schatten) fotografieren, da sonst hässliche „Koala“-Augenschatten durch die hochstehende Sonne im Gesicht entstehen.
  • Ideal sind die Termine kurz nach Sonnenaufgang bis ca. 10 Uhr und nachmittags ab 15 Uhr bis Sonnenuntergang (abhängig von der Jahreszeit).
    Die besten Fotos entstehen zur sogenannten „Golden Hour“.
  • Kleinkinder und ihr „Mittagsschläfchen“: Du kennst dein Kind/deine Kinder am besten. Kinder sollen ausgeschlafen und satt zum Shooting kommen. Richte daher das Shooting unbedingt vorrangig nach diesem Aspekt, die anderen Punkte sind auf jeden Fall zweitrangig.

6. Was ist die bei Shooting besonders wichtig?

Hast du ein Must-Have-Foto? Möchtest Du mit Requisiten arbeiten oder Dein Haustier dabeihaben? Möchtest du eine Visagistin dazu buchen?

Deine Haustiere

Für die meisten Familien gehören ihre Haustiere auf die Familienfotos, sind sie doch wie Familienmitglieder. Bei den meisten Shootings ist das möglich.

Persönliche Requisiten

Genauso können bei einem Babybauch-Shooting Accessoires wie Baby-Strampler oder Ultraschall-Bild oder bei einem Neugeborenen ein kleines Kuscheltierchen den Fotos eine weitere persönliche Note hinzufügen.

Leiterwagerl, Bälle oder sonstige Spielzeuge können zudem Kindern helfen, ihre Scheu von der Fotografin zu nehmen oder helfen auch zwischendurch ihre Energie abzubauen.

Must-Have-Fotos

Wenn du im Internet (z.B. Instagram oder Pinterest) entsprechende Fotos gefunden hast, die dir besonders gut gefallen, schick sie an die Fotografin.

Wenn du ein gewisses Foto unbedingt haben möchtest, sprich es an! Wenn es aus irgendeinem Grund nicht möglich ist, wird die Fotografin dies begründen können.

Visagistin

Du kannst meist bei Shootings eine Visagistin dazu buchen oder deine Fotografin kann dir Visagistinnen nennen, mit denen sie zusammen arbeitet und die ihren Stil kennen.

7. Sind dir eine Bearbeitung oder Retusche wichtig? Möchtest du einen bestimmten Bildstil oder Farb-Look?

Wir Familienfotografinnen bearbeiten immer die Fotos bevor wie sie weitergeben. Wir möchten damit Details besser herausarbeiten oder den Blick besser führen. Worauf du achten kannst, findest du in diesem Abschnitt.

Detail-Aufnahme Baby vor der Retusche Detail-Aufnahme Baby nach der Retusche

Bevor du das wohl entscheiden kannst, sollest du erst einmal wissen, was damit gemeint ist:

Raw-Format

Fotografinnen fotografieren in RAW, das ist ein Rohformat in Kameras. Dieses Format beinhaltet alle Informationen des Fotos, im Gegensatz zum JPG, welches bereits ein bearbeitetes und komprimiertes Format ist.

RAW kann man also salopp mit einem ungebackenen Teig vergleichen, aus dem die Semmel erst geformt und gebacken werden muss.

Rohdateien werden von keiner Fotografin weitergegeben.

Bearbeitung

Eine Bearbeitung des Raw-Formats ist immer notwendig, da die Farben meist zu flau sind.

Hier werden also

  • richtige Belichtung (Lichter, Tiefen, Schwarz, Weiß)
  • Ausrichtung (Horizont)
  • Kontrast
  • Klarheit und Struktur
  • Schärfe/Unschärfe
  • Sättigung und vieles mehr

optimal abgestimmt.

Die JPG-Dateien werden auf einem kalibrierten Bildschirm bearbeitet und sind für den Ausdruck optimiert.

Retusche

Eine leichte Retusche wird von allen Familienfotografinnen durchgeführt, darunter fallen Beseitigung von Rötungen, Fieberblasen und eventuell auch tiefere Augenschatten (Müde Augen). Bei Neugeborenen werden auch der sogenannte Storchenbiss und die Hautschuppen gemildert (siehe vorher/nachher Foto).

Und hier liegt auch der Fokus: „Mildern“ – Falten, Narben und Muttermale, also alles, was eine Person ausmacht, wird normalerweise nicht retuschiert. Solltest du hier einen wunden Punkt haben, sprich es auf jeden Fall an!!!

Head-Swaps (Kopf-Austausch), Frequenztrennung (Hautglättung) und andere hochwertige Retuschen à la Vogue-Cover werden normalerweise nur mit Aufzahlung durchgeführt. Da Retuschearbeiten sehr zeitintensiv sind, sind sie normalerweise nur bei Einzelbildern sinnvoll und nicht bei einer ganzen Story von 100 Aufnahmen.

Bildstil und Farb Look

Jede Fotografin hat ihren eigenen Bildstil – fast wie ein Fingerabdruck. Zusammen mit einem bestimmten Farblook macht das den Stil der Fotografin aus. Natürlich ändert sich dieser über die Jahre hinweg immer wieder ein bisschen – aber meist nicht so stark wie bei Malern à la Picasso oder Van Gogh, deren Werke sogar in Phasen eingeteilt werden…

Du kannst dir gerade unter Farblook nichts Genaues vorstellen? Wahrscheinlich sind dir auf Instagram oder Pinterest schon Fotos mit einem bestimmten Farb-Look aufgefallen – es gibt sogar einen eigenen Instagram Look! In den letzten Jahren wurden Aufnahmen im sogenannten Moody Look (erdiger, leicht matter Look) sehr beliebt.

8. Möchtest du lieber einen Fixpreis oder einen individuellen Preis?

Familienfotografinnen arbeiten zumeist entweder

  • mit fixen Preisen
  • mit unterschiedlichen Paketen, bei denen man Fotos und Fotoprodukte dazu kaufen kann oder
  • mit einem Grundpreis (reine Shootinggebühr) plus Fotoauswahl/Produktpaketen.

Wo liegen hier die Unterschiede genau?

Fixpreise:

Hier wird abhängig vom

  • Shooting (Familie, Babybauch, Neugeborenen, Kinder) oder der
  • Zeit (Neugeborene-Shootings dauern länger als Babybauch-Shootings)

der Preis definiert.

Fixpreise werden zumeist bei

  • Minishootings (Themenshootings) oder
  • Portraitshootings in Studios angeboten.
  • Meist werden nur Abzüge oder nur digitale Dateien (Selbst-Download) angeboten.
  • Die Auswahl erfolgt anschließend vor Ort oder per Online-Galerie.
  • In manchen Studios stehen Fotos gleich oder nach einem kurzen Zeitraum (unter einer Woche) zur Abholung bereit. Digitale Dateien können dann meist innerhalb einer Woche in passwortgeschützten Online-Galerien heruntergeladen werden.
  • Weitere Fotos und Fotoprodukte können normalerweise gleich dazu gekauft werden.

Paketpreise

sind den Fixpreisen ähnlich.

  • Du kannst meist zwischen einem kleinen, mittleren und Premiumpaket wählen. Im Premiumpaket sind üblicherweise alle Fotos oder auch ein Fotoprodukt wie ein hochpreisiges Album oder eine exklusive Fotobox enthalten.
  • In der Regel sind Abzüge und digitale Dateien enthalten.
  • Zusätzliche Produkte und Fotos können dazu gekauft werden.

Grundpaket plus Datei/Motiv

Hierbei bezahlst du das Shooting als eigenständige Arbeit und wählst bei einem weiteren Termin nach einer Präsentation der besten 30-70 Fotos deine Lieblingsaufnahmen (Einzel- und Paketpreise) sowie andere Fotoprodukte.

 

Ich kann dir also nicht zum einen oder anderen raten – jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile. 

Nachfolgend findest du nun noch die verschiedenen Stile in der Familien-Fotografie und anschließend daran die Tabelle, die alles miteinander verbindet.

Stile der Familienfotografie

Familien-Fotografie ist nicht gleich Familienfotografie, sondern es werden folgende Stile unterschieden:

Portrait-Session / Mini-Session

  • Dabei wird eine Einzelperson oder eine Gruppe fotografiert.
  • Mini-Session sind sehr kurze Portrait-Aufnahmen mit einem bestimmten Grundthema (Weihnachten, Ostern, Frühling, Sommer, Mommy-and-me, …).
  • Zu den Portrait-Aufnahmen zählen auch FineArt-Portraits.

Homestory bzw. Familien-Dokumentation

  • Hier dokumentiert die Fotografin das tägliche Familienleben und verbleibt dabei komplett im Hintergrund. (Es wird nicht in das Geschehen eingegriffen.)
  • Dabei werden also meist ungeplante Szenen festgehalten.
  • Normalerweise wird dieses Shooting im Eigenheim der Familien fotografiert, aber ein anderer Shootings-Ort ist natürlich auch möglich (= Dokumentation).

Lifestyle-Shooting

Hier soll eine bestimmte Situation fotografisch festgehalten werden, dieser wird zuvor besprochen (z.B. das gemeinsame Kekse backen). Ansonsten ist diese Art der Fotografie der Homestory sehr ähnlich.

Reportage

Dieser Begriff, der im Grunde vom Stil einer Dokumentation entspricht, wird zumeist bei Familienfesten (Hochzeiten, Taufen/Willkommensfeste, Kommunion, Firmung, Geburtstage etc.) verwendet. Hier verschwimmen ein bisschen die Grenzen.

Tabelle Fotografie-Stile kombiniert mit der Wunschliste

Tabelle zum Foto-Guide

Ich habe in diesen Artikel versucht, möglichst viele Punkte einzubinden. 100% aller Aspekte kann ich natürlich nicht aufzählen, da Angebote von Fotografen und Fotografinnen sich doch immer wieder leicht unterscheiden.

Ich hoffe, du bist dir nun über einige Punkte klarer geworden und findest mit dem neu erworbenen Wissen deine Wunschfotografin für dein nächstes Familienshooting.

Dir hat dieser Beitrag gefallen? Erzähle doch anderen davon:

Du möchtest keine weiteren Informationen rund um die Familienfotografie verpassen? Melde dich gerne unverbindlich zu meinem Newsletter an!

Wie hilfreich war dieser Beitrag?

Klicke auf die Sterne um diesen Beitrag zu bewerten!

Es tut uns leid, dass der Beitrag für dich nicht hilfreich war!

Lasse uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

close
Papierflieger

NEWSLETTER

Du bekommst von mir unregelmäßig
(max. 1-2 pro Monat) 

- Tipps zur Familienfotografie, sowie 
- Aktionen und Neuigkeiten
- exklusive Goodies
- Zugang zum Freebie-Bereich.

Du kannst dich jederzeit abmelden, nähere Infos findest du in meiner Datenschutzerklärung.